Angenehmes Wichtig-getue!

Gelernt hab ich schon wieder was,

da würd's euch Halbsaure aus den Parchments kicken. 

Ich hab gelernt,

dass die Schweizer:innen absolut ski-nsane sind und Horden von Schüler:innen für Tagesausflüge mitten am HB den Zug nach Wädenswil flooden wie der flüssige Frühlingsschnee die Skischuhe bei einer Talabfahrt im März. 

Ein Gipfeli kann auch was nettes sein aber naja. Das Leben geht auch ohne. Aber ohne Snacks geht's nicht. Mit Cruffin und Chüechli im Baucherl flutschen die Defects schon besser. 

SCA und CQI in einem Raum, Lavazza und Kaffeefabrik an einem Tisch. Wenn Keurig und Dr Pepper zusammenfinden, können auch freundliche Kaffeeleute zusammenfinden. Der eine hat gelernt, grüne Commodity-Böhnchen zu blenden. Die andere ist eine Meisterin im Unterrichten und Weiterbilden. Und ich hab gelernt, dass sie zusammen sehr gut lernen können. Und die dicken Brieftaschen und die handwerklichen Egos, die uns da zusammen getragen haben, überraschend leise sind, wenn wer mit Ahnung etwas zu sagen hat. 

Diese Ehrfurcht vor dem Wissen, diese Demut vor dem Lernen. Ich hab gelernt, dass man den gejetlaggeden ihre Müdigkeit weniger anmerkt als den hungrigen ihren Hunger. Ich hab gelernt, dass man aus Mondsee kommen und trotzdem der größte Sponsor des einzigartigen Kaffeeforschungs-Klassentreffens sein kann. 

Ich hab gelernt,

dass mancher Liberica wie ein lupenreiner Excelsa schmeckt und mancher Excelsa noch zukunftsfähiger ist als eh schon gedacht. Ich hab nicht Steno geschrieben, obwohl meine Phyllfeder streikte, weil ich zu spät im Hotel eingetroffen war, um mich noch mit so Nebensächlichkeiten wie dem vorbereiten derjenigen aufzuhalten. 

Das Zimmer wurde mir upgegraded und ich hab verifiziert, auch das gehört zum lernen immer wieder dazu, dass wohl Hotelfrühstück fast immer eine fade Entscheidung ist. Einen Beigeschmack hatte aber das Wetter und zwar die Note: erfrischend. 

Ein Bad Hair-Day als er gut sein sollte, ein Gut Hair-Day wo er eh wieder bad hätte bleiben können. Die Chemiker:innen, von denen es in der Kaffeebranche mehr gibt, als man so meinen möchte, wüssten vielleicht warum.

Rum war auch

eine meiner Lieblingsnoten an diesem Wochenende, als ich von Guatemala nach Malaysia und zurück trinken durfte. Und wo ich von Kolumbianerinnen, eidgenossifizierten Guatemaltekinnen und Honduranerinnen lernen durfte, von Polen und Slovenen, von US-Amerikanern und Schweizern, von Brasilianerinnen und Briten. Und die sind ja praktisch alle nur zusammengekommen, um ihre Einblicke in die vielfältigen, komplexen, verwinkelten Wahrheiten des Kaffees mit mir zu teilen. Ich musste zum Glück nicht mehr lernen, das unglaublich wertzuschätzen. 

Und lernen tut man obvi in jedem Gespräch über die Arbeit von jemanden, auch besonders wenn sie aus Frankreich, Costa Rica, Norwegen, aus den Bergen oder Taiwan dafür angereist sind, so andere nerdige Lichtgestalten wie mich zu behellen. 

Ich sonne mich jetzt noch etwas in meinen Notizen und die Früchte dieses Pre-Weekends werde ich euch sowieso in euer Hirnkörbchen legen. 

LG, Gabriel

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good coffee is generally delicious!